Ärztegesellschaft des Kantons Bern

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Darum sind Kostendaten aus Managed-Care-Modellen wichtig

Der Tarmed ist ein durchaus umstrittenes Tarifwerk, aber eine Errungenschaft hat er der Freien Ärzteschaft gebracht, eigene und gute Daten. Die Daten bilden allerdings nicht die gesamte Behandlungskette ab – ein Nachteil für künftige Taxpunktwert-Verhandlungen.

 


Fast 10'000 Ärztinnen und Ärzte beteiligen sich heute schweizweit an der ärzteeigenen Datensammlung über ihr TrustCenter. Bis heute wurden weit über 100 Millionen Tarmed-Rechnungen in den Datenpool eingespeist. Die ärzteeigene Datensammlung hat ihren Wert X-Fach bewiesen. So konnten zum Beispiel mehrmals Taxpunktwert-Abwertungen mit guten Argumenten, welche nota bene der Datenpool der TC’s lieferte, verhindert werden. Und noch viel wichtiger, über 300 Freie Berner Ärzte konnten, in sogenannten WZW-Verfahren, erfolgreich verteidigt werden.

Das Gegenstück bröckelt

Das Gegenstück zur ärzteeigenen Datensammlung, der Datenpool von santésuisse, bröckelt. So ist zum Beispiel die Assura bereits 2009 ausgeschieden, die Sanitas will dies ab 2012 und von grossen Versicherern wie Helsana hört man, dass ähnliche Überlegungen immerhin zur Diskussion stehen. Laut Krankenversicherungsgesetz KVG sind die Versicherer aber verpflichtet die Wirtschaftlichkeit von Leistungserbringern zu prüfen. Was passiert nun wenn der Datenpool von santésuisse, mangels Repräsentativität, dazu nicht mehr in der Lage ist? Dann erst recht werden ärzteeigene Daten noch wichtiger. Aufgrund fehlender Repräsentativität könnte es vermehrt zu Forderungen nach Taxpunktwertberichtigungen kommen. Das beste Beispiel dafür findet sich mit dem Kanton Jura bereits in der Vergangenheit. Aufgrund der fehlenden Assura-Kostendaten schienen die Kosten im Jura stark angestiegen zu sein, der Ruf nach einer Taxpunktwert-Senkung seitens santésuisse war unüberhörbar. Was war effektiv geschehen? Die fehlenden Daten der Assura, mit vielen günstigen Risiken, führten zu einer statistischen, nicht effektiven, Kostensteigerung.

Gesamte Behandlungskette abbilden

Was sind nun aber die Herausforderungen der Zukunft? Ein effektives Kostenmonitoring sowohl auf Ebene Kanton wie auch auf Ebene des einzelnen Leistungserbringers kann nur sinnvoll erfolgen, wenn die Behandlungskosten über die gesamte Behandlungskette abgebildet werden. Nur so können Kostenverschiebungen, zum Beispiel auch aus DRG, aufgezeigt werden. Heute erfolgt die WZW-Prüfung über den Datenpool von santésuisse. Was aber wenn dieser auseinanderbrechen sollte? Die Verpflichtung der Prüfung gemäss KVG wird bleiben, also werden die einzelnen Krankenversicherer dies selbst in die Hand nehmen müssen. Die grossen Versicherer monitorisieren schon heute die Kosten über die gesamte Behandlungskette und berücksichtigen dabei auch Medikamentendaten als Morbiditätsindikator. Kostendaten welche die gesamte Behandlungskette abbilden sind auch ärzteseitig vorhanden, Daten aus Modellen der Integrierten Versorgung (Managed Care). Diese Daten sind für die Freien Ärzte von eminenter Bedeutung, sowohl auf individueller Ebene als auch auf kantonaler Ebene. Nebst den Kostendaten (RoKo) werden diese bei künftigen TP-Wert-Verhandlungen eine gewichtige Rolle spielen. Wie steht es um diese Daten im Kanton Bern? Aktuell leider wenig erfreulich. Zwar gibt es im Kanton Bern mittlerweile einige Ärztenetze, doch nur ein Teil davon stellt den Freien Berner Ärzten auch die entsprechenden Daten zur Verfügung. Durch die Zusammenarbeit mit ausserkantonalen Betriebsgesellschaften oder anderer Organisationsformen gehen deren Daten den Freien Berner Ärzten verloren. Diese könnte bei künftigen Taxpunktwert-Verhandlungen ein entscheidender Nachteil sein. Bisher konnten die „Angriffe“ von santésuisse jeweils erfolgreich abgewehrt werden. Doch was passiert wenn einzelne Krankenversicherer oder Gruppierungen verschiedener Versicherer, die TPW-Verhandlungen selbst an die Hand nehmen?

Regionale Vernetzung

PonteNova bietet mit seinem Geschäftsbereich PonteNet allen Netzwerken im schweizweiten Vergleich, welchen sie durch einen Top-MC-Spezialisten durchführen lies, absolut vergleichbare Kassen-Verträge und überdurchschnittlich günstige weitere Dienstleistungen an. Wir können allen Netzen Verträge mit sämtlichen relevanten Versicherern anbieten. Ausserdem ist effektive Integrierte Versorgung ein regionales Thema, welches beste Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten und eine gute Vernetzung voraussetzt, dies wiederum setzt lokale Partner voraus. PonteNova kann dies mit ihrem Geschäftsbereich PonteNet bieten. Im Besitz von rund 600 Freien Berner Ärzten ist sie seit jeher bestrebt die Interessen der Freien Ärzteschaft zu vertreten.

 

Peter Frutig, Geschäftsführer PonteNova

 

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